Moderatoren / Miriam Pielhau / Interview / "Der gute Ton"
Miriam Pielhau über ihre Lieblingssongs:
1980 "Super Trouper" - Abba.
Miri war 5 - da liebte ich dieses Lied. Ich hab es im Radio gehört und sofort mitgesungen. Weil "Super trouper" selbst für ein des Englischen nicht mächtigen Kindes einfach ist.
Der Text danach hörte sich in meiner Version etwa so an: "Labbadonnebandmi" - Bis zur Erkenntnis "Lights are gonna find me" sollte es noch 10 Jahre dauern.
1983 Mein musikalisches Frühlingserwachen
Neben "Hanni & Nanni" und den "Drei ???" gab es zum ersten Mal auch Kassetten mit Popmusik aus dem Radio aufgenommen. Natürlich immer mit ein paar Wortfetzen des Moderators am Anfang und am Ende. Weil die ja immer rein quastchen, in das Lied. So wie ich weitere 15 Jahre später beim Radio auch.
Auf diesen ersten Miri-Mixtapes gab es: "Karma Chameleon" von Culture Club. David Bowie mit "Chinagirl" und "Let's Dance". Außerdem "Maneater" von Hall & Oates. Die Dexys Midnight Runners habe ich geliebt für "Come on Eileen".
Und in der ganzen Disco-Pop-Phase nicht zu vergessen die Eurythmics mit "Sweet Dreams". Die Kassette würde ich heute wieder hören.
1987 "Stay" - Pierre Cosso & Bonnie Bianco
Puuuh, jetzt wird's hart. Der Film "Cinderella '87", eine 1A-Schleim-Schnulze der Achtziger. Und das lebendig gewordene Zelluloid präpubertärer Verliebtheitsträume. Zu der Zeit wurde auch La Boum noch mal hervorgekramt.
Und mit den Videokassetten im VHS-Spieler lag "Reality" von Richard Sanderson im Kassettendeck. Beide Songs durften auf keiner Party fehlen, wenn man den Jungs beim Stehblues tanzen näher kommen wollte.
1988 "Je ne regriette rien" - Edith Piaf
In der Schule gingen diese engbedruckten, dünnpapierigen Musikkataloge rum. Je mehr Platten man bestellt hat, umso billiger wurde die einzelne. Daher haben wir als Klasse oder Clique ständig Sammelbestellungen aufgegeben.
Meine erste selbstgekaufte Platte war - tataaaaaa - Edith Piaf mit "Je ne regriette rien". Ich hatte mal von ihr gehört und gelesen. Und ich gefiel mir in der Rolle der frankophilen Chanson-Liebhaberin ausgesprochen gut.
1992 "Hail Hail Rock'n'Roll" - Garland Jeffreys
In der Oberstufe trennte sich die Spreu vom Weizen. Das heißt: da gab es die musikalischen Experimentierer, die die auch schräges, unmelodiöses Liedgut gehört haben, weil es in intellektuellen Musikzeitschriften für edgy und innovativ befunden wurde. Und dann gab es mich. Die Garland Jeffreys mit "Hail Hail Rock'n'Roll" waren eine Zeitlang mein Lieblingsautofahrlied.
Auch wenn ich selbst noch gar nicht fahren konnte. Aber mein damaliger Freund. Haha. Bei Genesis' "I can't dance" stand ich auf jeder Tanzfläche. Und verliebt war ich in Freddy Mercury ob seiner göttlichen Musik und Stimme. "The Show Must Go On" - eines meiner Für-immer-Lieblingsstücke.
1997 "Hedonism" - Skunk Anansie
Keine Haare, umso mehr Wumms. Mit "Hedonism" entdecke ich Skunk Anansie für mich. Das ist keine gesellige Musik. Die hab ich alleine gehört. Und geweint. Oder so. Spitzen-Liebeskummer-Melodeien. Schön laut machen, schön laut mitjohlen.
2000 "I'm Outta love" - Anastacia
Das Lied zum Milleniumswechsel ist für mich Anastacias I'm outta love. Nicht nur, weil das Stück so fantastisch vertanzbar ist. Sondern weil ich mich erinnere, dass sie damals ihr allererstes Fernsehinterview in Europa bei mir auf der Couch hatte.
Und sie war so irre sympathisch und lustig und freundlich... da habe ich im Gegenzug ihre Musik ganz lange ganz toll gefunden.
2003 "Where you are" - Thom (Meinem Herzenskerl)
Hat er für mich geschrieben. Extra für mich. Behauptet er zumindest bis heute. Mit Erfolg. Denn mich hat's ja gekriegt. Und er daraufhin mich.
2005 "Life in Slow Motion" - David Gray
Die Miri entdeckt das Gefällige neben der Mainstream-Strecke. Ein wundervolles, opulentes, hoch-emotionales Album. Gut für Zugstrecken oder Samstagnachmittage im Winter.
Diese Musik ist bei mir im mp3-Player mit den Kopfhörern in den Ohren noch besser aufgehoben als in der guten alten Stereoanlage.
2008 "Absent Friends" - The Divine Comedy
Also das ganze Album, hat mich an sehr vielen Tagen im Jahr 2008 in den Park und über meine Joggingstrecke gebracht. Dabei ist das eigentlich extreme Hinhör- und nicht Nebenbeimusik.
Aber indem ich mich auf Text und Musik dieses klugen Künstlers konzentriert habe, konnte ich laufen wie das Duracell-Häschen.
